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Am kommenden Samstag, 26.11.2016 wird im Mercatorhaus an der Königstrasse 61 in der Zahnarztpraxis Dr. Manhardt Barthelmie der KunstRaum mit einer Ausstellung von Fotografien von Thomas Florschütz und Möbeln von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand eröffnet.

Foto: Frank-M. Fischer

Ein erster Blick in den neuen KunstRaum an der Königstrasse 61, Praxis Barthelmie

Fotografien von Thomas Florschuetz und Möbel von Le Corbusier, Pierre Jeanneret, Charlotte Perriand sind in dem neuen grosszügigen KUNSTRAUM in der Zahnarztpraxis von Dr. Manhardt Barthelmie im Mercatorhaus an der Königstrasse 61 in Duisburg zu sehen.

Dieser wird am kommenden Samstag, 26. November 2016 offiziell eröffnet. Darüber haben wir ausgiebig mit dem Kunstliebhaber und Sammler Dr. Barthelmie gesprochen, doch bevor wir in einem weiteren Beitrag morgen das Gespräch zeigen, zunächst einige Eindrücke aus einer Zahnarztpraxis der ganz besonderen Art in unserem angefügten Videobeitrag.

Für alle mobilen Nutzer ist das Video auch hier zu finden!

KunstRaum

Thomas Florschuetz (*1957 Zwickau, lebt und arbeitet in Berlin) setzt sich in seinem künstlerisch- fotografischem Schaffen mit Gebäudekomplexen auseinander, die im direkten Kontext mit Herrschaftsformen stehen und eine Repräsentationsfunktion innehatten oder auch, wie in den Fotografien von Capitol Complex, Chandigarh, Indien oder der Kirche Notre Dame du Haut in Ronchamp, Frankreich utopisch-visionär sind. Diese Bauwerke haben u.a. die Aufgabe, eine Vision oder auch einen Machtanspruch zu illustrieren.

Im Werk von Florschuetz steht in diesem Zusammenhang die Auseinandersetzung mit dieser formalen Gestaltung im Vordergrund. Es geht ihm um die physische Präsenz und räumliche Gliederung der jeweiligen Baukörper, nicht um eine Dokumentation oder architektur-historische Analyse. Ergebnis der künstlerischen Auseinandersetzung sind fotografische Bilder, die auch unabhängig von der Kenntnis des Motivs wirkungsvoll sind, ohne dabei die Bedeutsamkeit der Orte zu verleugnen. Die Fokussierung auf bestimmte architektonische Elemente und Ausschnitte, Fragen nach Licht, Nähe oder Distanz bestimmen die Erscheinung seiner Werke und führen gleichzeitig eine Art Wesenhaftigkeit der zugrunde liegenden Architektur vor Augen.

Le Corbusier, Pierre Jeanneret, Charlotte Perriand – Möbel

„Möbel waren in den Zwanzigerjahren das Versuchsfeld einer künstlerischen Avantgarde. Die Wchutemas in Sowjetrussland, das Bauhaus in Deutschland, in den Niederlanden die Künstlergruppe De Stijl und in Frankreich das Atelier des Schweizer Architekten Charles-Edouard Jeanneret-Gris, genannt Le Corbusier, waren die Zellen einer europäischen Bewegung, die eine neue sachliche Formensprache für das Mobiliar formulierten. Ihr Funktionalismus war ästhetisch, politisch und ökonomisch.                                                                               Während sich politisch im Europa der Zwanzigerjahre totalitäre Regime formten, waren diese zum Teil links gesinnten Gruppen länderübergreifend vernetzt. Gemeinsam trugen sie zu einer internationalen Moderne bei, die mit Prädikaten wie Transparenz, Minimalismus und Rationalismus ein ästhetisches Drehmoment in der Geschichte des Industriedesigns gesetzt hat.“        

Sophie Jung in: 12 Gegenstände, 2015 av Edition, Stuttgart

Als junge Architektin begann Charlotte Perriand 1927 im Büro Le Corbusier. Sehr schnell entstanden seit dem eine Reihe von Sitzmöbeln wie LC1, LC2, LC4, die heute Ikonen des modernen Möbeldesigns sind und bis heute z.B. von der Firma Cassina gebaut werden.

Le Corbusier hatte schon vor 1927 die theoretischen Grundlagen und Analysen verschiedener Sitzpositionen für Sitzmöbel in Skizzen festgelegt, die er Charlotte Perriand zur Entwicklung überließ. Perriand hatte zuvor bereits Möbel für ihr Appartement an der Place St. Sulpice in Paris entworfen, die diesen Analysen entsprachen. Für die verbliebenen Sitzpositionen hat sie dann noch weitere Designs entwickelt, darunter auch das „Grand Confort“, dessen innovatives Gleitsystem 1929 patentiert wurde.

Thonet produzierte diese Möbel ab 1930 unter Angabe aller drei Entwerfer, also Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand. Das änderte sich nach 1945, es wurden die Kurzformen LC1 – LC4 eingeführt, die auf Le Corbusier verwiesen. Das Urheberrecht war bei allen dreien verblieben, die daher nach Übernahme der Produktion durch Cassina ab 1965 wieder benannt werden, obwohl sich die Kurzform erhalten hat.


TAG: dufansn11868
Veröffentlicht am 22.11.2016 um 01:07 durch Von: Frank-M. Fischer in DUISBURG, KULTUR, _Top-Meldung
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