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Fotokünstlerin, Claudia Thoelen, Ulrich Schneidewind , Vorstand der SPK-DU, Bettina Vootz, Alzheimer Gesellschaft Duisburg, Viktoria von Grone (Frühbetroffene) Elke Riedemann, Demenz-Servicezentrum Westliches Ruhrgebiet und Ulrich Christofczik Vorstand Evgl. Christophoruswerk

Foto: Frank-M. Fischer

Selbstbestimmung bei Demenz - Fotoausstellung in der Sparkasse Duisburg

Die Fotografin und Künstlerin Claudia Thoelen arbeitete mit Viktoria von Grone, bei der vor einigen Jahren im Alter von 57 Demenz diagnostiziert worden ist, zusammen und erstellte eine beeindruckende Portraitserie, zu denen die sogenannt Frühbetroffene Texte erstellte.

Für Viktoria von Grone stand nach der Gewissheit, unheilbar erkrankt zu sein fest, sich nicht zu verkriechen, sondern stattdessen an die Öffentlichkeit zu gehen und ein Beispiel für den Umgang mit der Krankheit, die bis heute noch vielfach tabuisiert ist und ein selbstbestimmtes Leben mit Demenz zu geben.

Wir zeigen Ihnen die Bilder der Ausstellung und kurze Statements der Künstlerin Claudia Thoelen, der portraitierten Vikttoria von Grone, von Elke Riedemann vom Demenz Servicezentrum, dem stv. Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Duisburg, Ulrich Schneidewind und Ulrich Christofczik vom FORUM Demenz und Vorstand des Evangelischen Christophoruswerkes e.V.

Mehr dazu in unserem angefügten Videobeitrag.

Für alle mobilen Nutzer ist das Video auch hier zu finden!

In der Ausstellung „Was gut für mich ist - Den eigenen Weg finden mit Demenz“ portraitiert die Hamburger Fotografin und Künstlerin Claudia Thoelen das Leben einer Frühbetroffenen. Begleitet werden die Arbeiten von ausdrucksstarken Texten der dargestellten Frau, Viktoria von Grone aus Duisburg.

Die Sparkasse Duisburg stellt als Ausstellungsfläche die Kundenhalle der Hauptstelle an der Königstrasse zur Verfügung und ermöglicht so den Zugang für eine breite Öffentlichkeit. „Demenz ist unbestritten eine Volkskrankheit.“, sagt Ulrich Schneidewind, stellv. Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duisburg und ergänzt: „Allein in Duisburg leben ca. 7000 erkrankte Menschen. Nichts ist wertvoller als die Familie oder Angehörige, die eine Pflege so lange wie möglich selbst in gewohnter häuslicher Umgebung in die Hand nehmen. Dazu muss man aber die Bedürfnisse und die Wünsche der Erkrankten verstehen. Hierzu gibt die Ausstellung eindrucksvolle Einblicke.“

Initiator der Ausstellung ist das Demenz-Servicezentrum Region Westliches Ruhrgebiet, Teil der Landesinitiative Demenz-Service-NRW. In Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft Duisburg und dem Forum Demenz soll mit dieser Ausstellung die Sichtweise einer Betroffenen ins öffentliche Blickfeld gerückt werden. Viktoria von Grone, die im Alter von 57 mit der Diagnose „Demenz“ konfrontiert wurde, hat sich sehr offensiv und mutig ihrer neuen Lebenssituation gestellt.

Zu ihren Beweggründen sich fotografieren zu lassen sagt sie: „So habe ich die Chance zu sagen, dass ich noch da bin, und dass das andere vielleicht auch noch sehen. Mit dazuzugehören, mitten im Leben zu sein, das ist ein großes Motiv“. Damit macht sie Menschen mit kognitiven Einschränkungen Mut und zeigt ein Beispiel, wie das Leben mit Demenz gestaltet werden kann und lebenswert bleibt.

Claudia Thoelen, die bereits für „Spiegel“ und „Stern“ das Thema fotografisch aufbereitet hat, zeigt auf ihren Fotos sowohl Alltagssituationen als auch gesellschaftliche und emotionale Momente. Sie begreift ihre Arbeiten als Dialog mit Viktoria von Grone und sagt: „So habe ich weniger einen Zugang zu einer anderen Welt, als eher eine andere Sicht auf die Welt gewonnen. In ungewohnten Verhaltensweisen auch Ausdruck ausgelebter und eingeforderter Selbstbestimmung zu sehen, Gefühlswelten und Genussfähigkeit aufzuspüren, ist mir deshalb eine größere Herausforderung, als ihren Verlust zu dokumentieren.“

Für die meisten Menschen ist die Vorstellung, im Alter an einer Demenz zu erkranken, erschreckend. Mit der Darstellung dieser Lebensgestaltung möchte das Demenz Servicezentrum Ängste und Vorurteile über ein Leben mit Demenz in der Öffentlichkeit abbauen und Anregungen zu einem demenzfreundlichen Miteinander bieten.

Die Ausstellung in der Kundenhalle der Sparkasse Duisburg, Königstrasse 23-25, läuft noch bis zum 26. Februar und ist zu den gewohnten Öffnungszeiten der Sparkasse frei zugänglich.

Hintergrundinformationen zum Thema Demenz

1,5 Mio. Menschen in Deutschland sind an Demenz erkrankt, weltweit etwa 47 Mio. – Tendenz steigend. Alle 3 Sekunden erkrankt irgendwo auf der Welt ein Mensch an Demenz (Quelle: World Alzheimer Report 2015 für ADI). Demenz ist unbestritten eine Volkskrankheit. Die gute Nachricht: Das Unterstützungsangebot für Menschen mit Demenz und deren Angehörige wird auf allen Ebenen immer weitreichender und differenzierter. In Duisburg leben ca. 7000 Menschen mit Demenz. Die meisten leben in der eigenen Häuslichkeit und werden von ihren Angehörigen und Familien begleitet. Unterstützungs- und Entlastungsangebote sind auf diesen Personenkreis ausgerichtet. Das ist wichtig und gut. Doch ist es an der Zeit, auch das Selbsthilfepotential der Betroffenen zu erkennen und zu fördern. Eine frühe Diagnose bietet die Chancen, sein Leben mit Demenz so lange wie möglich selbstbestimmt gestalten zu können, was dem Wunsch aller Menschen entspricht. Förderlich dafür sind einerseits die Annahme der eigenen kognitiven Beeinträchtigung und andererseits die gesellschaftlichen Akzeptanz, Wertschätzung und Partizipation. Unterstützungsangebote für Menschen mit Demenz bieten in Duisburg das Demenz-Servicezentrum Region Westliches-Ruhrgebiet, die Alzheimergesellschaft Duisburg e.V. und das FORUM Demenz.

Über das Demenz-Servicezentrum Region Westliches Ruhrgebiet

Das Demenz-Servicezentrum Region Westliches Ruhrgebiet gehört mit 12 weiteren Zentren zur Landesinitiative Demenz-Service-NRW. Es erarbeitet in seiner Region eigenständig strukturschaffende und strukturverbessernde Projekte und kooperiert dabei mit den vor Ort vorhandenen Diensten, Einrichtungen sowie Initiativen. Im Zentrum steht die Verbesserung der häuslichen Situation von Menschen mit Demenz und der sie unterstützenden Angehörigen. Durch Informations- und Qualifizierungsangebote, Weiterentwicklung wohnortnaher Unterstützungsangebote sowie Vernetzung werden bedarfsgerechte Beratung, achtsame und wertschätzende Begegnung, Begleitung und Betreuung sowie vielfältige soziale und kulturelle Teilhabe befördert. Träger des Demenz-Servicezentrum Region Westliches Ruhrgebiet sind AWOcura gGmbH, Evangelisches Christophoruswerk e.V. und PariSozial gGmbH. www.demenz-service-westliches-ruhrgebiet.de

Über die Alzheimer Gesellschaft Duisburg e.V.

Die Alzheimer Gesellschaft Duisburg bietet Individuelle Beratung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörige auf Anfrage. Sie vermittelt Angebote für die praktische Entlastung im täglichen Miteinander und bietet Schulungen für Angehörige, ehrenamtlich Tätige und qualifiziert Pflege- und Betreuungskräfte. Außerdem fördert sie die positive Wahrnehmung der Thematik in der Öffentlichkeit durch z.B. Aktionstage und Fachtagungen. www.alzheimergesellschaft-duisburg.de

Über das FORUM Demenz

Das FORUM Demenz ist ein Fachberatungsnetzwerk, das an drei Standorten in Duisburg -Mitte/Süd, West und Nord – Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen individuelle Informationen und Beratung, Begleitung durch das Gesundheitswesen sowie Vermittlung von Entlastungsangeboten anbietet.
Träger des FORUM Demenz sind AWOcura gGmbH, Evangelisches Christophoruswerk e.V. und PariSozial gGmbH. www.forum-demenz.net


TAG: dufansn10468
Veröffentlicht am 26.01.2016 um 22:55 durch Von: Frank-M. Fischer in DUISBURG, KULTUR, WIRTSCHAFT, _Top-Meldung
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